Bevor eine Behandlung begonnen wird, muss sichergestellt sein, dass die Diagnose MS korrekt gestellt wurde. Andere Erkrankungen, die für die vorliegenden Symptome ebenfalls verantwortlich sein könnten, müssen ausgeschlossen werden.
Die Bedeutung einer umfassenden ärztlichen Untersuchung
Es gibt bis heute kein sicheres Verfahren zur Diagnostizierung einer Multiplen Sklerose. Die Schwierigkeit der Diagnosestellung liegt darin, dass die Symptome von Patient zu Patient in hohem Maße variieren können. Die Symptome einer MS können denen anderer Erkrankungen stark ähneln.
Da die Frühsymptome ebenso durch zahlreiche andere Erkrankungen hervorgerufen werden können, ist bei der Diagnostizierung einer MS oftmals die gesamte Erfahrung eines Nervenfacharztes (Neurologen) erforderlich. Deshalb muss ein Neurologe hinzugezogen werden, der die Krankengeschichte eingehend überprüft, spezielle Untersuchungen veranlasst, eine neurologische Untersuchung durchführt, die Befunde beurteilt und dann eine Diagnose stellt.
Die Diagnose MS kann erst gestellt werden, nachdem alle anderen möglichen Ursachen für die aufgetretene Symptomatik ausgeschlossen wurden.
Wie wird MS festgestellt?
Häufig ist das erste Krankheitszeichen nur ein vorübergehendes "komisches" Gefühl in den Armen oder den Beinen, dem weder Patient noch Arzt eine besondere Bedeutung beimisst. Deshalb vergehen manchmal mehrere Monate oder sogar Jahre, bis eine MS mit hinreichender Sicherheit diagnostiziert werden kann.
Die Diagnose basiert auf klinischen und paraklinischen Kriterien:
- Die klinischen Kriterien ergeben sich aus der Krankengeschichte - der so genannten Anamnese - und den Ergebnissen der klinisch-neurologischen Untersuchung, d. h. dem so genannten klinischen Befund.
- Als paraklinische Kriterien werden die Ergebnisse verschiedener paraklinischer Untersuchungen wie der Magnetresonanztomographie, der Untersuchung von evozierten Potenzialen und der Untersuchung der Nervenflüssigkeit (Liquor) bezeichnet.
Eine genaue Diagnose muss sich sowohl auf klinische als auch auf paraklinische Untersuchungsbefunde stützen.
Zusätzlich zu den aufgeführten Standarduntersuchungen können weitere Untersuchungen sinnvoll sein, um die MS zu diagnostizieren oder um auszuschließen, dass die MS die Ursache für die beobachtete Symptomatik ist.
Zu erfahren, dass man an MS leidet, kann sehr belastend sein und zu starken emotionalen Reaktionen führen. Dies ist ganz normal. Viele Menschen empfinden Schockzustände, Angst und Trauer. Betroffene sollten sich an einen Facharzt für MS oder an Pflegepersonal wenden, das in der Behandlung der MS geschult ist. Solches Fachpersonal kann helfen, die bestätigte Diagnose zu bewältigen, und es kann die Patienten hinsichtlich der besten Behandlungsmethode beraten. Außerdem sollten Betroffene versuchen, über Patientenvereinigungen und Foren Informationen, Rat und Erfahrungsberichte einzuholen.