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Schwangerschaft

Die MS beeinträchtigt weder bei Männern noch bei Frauen die Fruchtbarkeit. Patientinnen mit MS, die einen Kinderwunsch hegen, sollten sich jedoch an ihren Arzt wenden, da die meisten medikamentösen Behandlungen während der Schwangerschaft abgesetzt werden müssen. 

Es spricht nichts dafür, dass eine Schwangerschaft den Langzeitverlauf der MS negativ beeinflussen würde. Das Gegenteil ist der Fall: MS-Experten sind sich darüber einig, dass die Schubrate während der Schwangerschaft um 30–50 % geringer ist als bei nicht schwangeren Vergleichspatientinnen.

Allerdings ist im ersten Jahr nach der Entbindung das Risiko eines erneuten Schubes zwei bis drei Mal höher als bei MS-Patientinnen, die nicht entbunden haben. Nach der Entbindung kann es bei Frauen zu zusätzlichen psychischen und körperlichen Belastungen kommen. Hierbei handelt es sich um eine normale Reaktion auf die hormonelle Umstellung nach der Schwangerschaft sowie auf den Mehraufwand, den die Versorgung und/oder das Stillen eines Säuglings mit sich bringt.

Planung der Schwangerschaft

Unabhängig von der persönlichen Entscheidung sollte eine Schwangerschaft nur in einer stabilen Krankheitsphase geplant werden. 

Wenn Sie sich gerade einer Behandlung unterziehen und eine Schwangerschaft planen, müssen Sie sich vorher mit Ihrem Neurologen oder Frauenarzt beraten. Möglicherweise muss die Behandlung zeitweilig unterbrochen oder verschoben werden. Dieser Zeitraum wird häufig als „Therapiepause“ bezeichnet. In dieser Therapiepause können Sie schwanger werden. Nach der Geburt des Kindes können Sie die Behandlung dann wieder aufnehmen. Wenn eine bestimmte Behandlung gerade an einem entscheidenden Punkt angelangt ist, ist es unter Umständen jedoch erforderlich, erst die Behandlung abzuschließen und den Kinderwunsch auf einen besser geeigneten Zeitpunkt zu verschieben. 

Entbindung

Die üblichen bei einer Entbindung eingesetzten Arzneimittel bzw. Analgetika haben keine nachteilige Wirkung auf MS-Patientinnen. Auch eine Epiduralanästhesie (lokale Betäubung durch Lähmung der Nerven) hat keine schädigende Wirkung.

Die Geburt selbst verursacht Frauen mit MS in der Regel nicht mehr Probleme als Frauen ohne MS. Mögliche Ausnahmen sind allenfalls Probleme in Zusammenhang mit einer Muskelspastik oder mit der MS-Fatigue.

Stillen

Es ist nichts dagegen einzuwenden, dass Mütter mit MS ihren Säugling stillen, es sei denn, sie werden gerade medikamentös behandelt. In diesem Fall dürfen sie nicht stillen, da bestimmte Arzneimittel den Säugling beeinträchtigen können. 

Falls Sie an MS-Fatigue leiden, sollten Sie versuchen, eine praktische Lösung für das Stillen bei Nacht zu finden. Möglicherweise können Sie einen Vorrat an Muttermilch oder künstlicher Milch für die Nacht anlegen und es Ihrem Partner oder einer Pflegerin überlassen, dem Kind nachts die Flasche zu geben. So kommen Sie als Mutter mit MS in den Genuss einer durchschlafenen Nacht.

An dieser Stelle sei noch einmal gesagt: Wenden Sie sich am besten an einen Frauenarzt oder an einen Neurologen.

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