MS hat wie jede chronische Erkrankung nicht nur erhebliche Auswirkungen auf den betroffenen Menschen selbst, sondern auch auf den oder die Lebenspartner/in und das Zusammenleben.
Dieser zusätzliche Druck kann für Ihre Beziehung belastend sein. Bei einem einfühlsamen und positiven Umgang mit der Erkrankung haben Sie aber auch die Möglichkeit, Ihre Beziehung intensiver und bewusster zu erleben.
Als Paar mit MS zu leben, bedeutet, mit Ungewissheiten zu leben. Dies liegt in der Natur der Erkrankung. Gemeinsame Perspektiven und Pläne müssen möglicherweise verändert, gemeinsame Wünsche angepasst oder zurückgestellt werden. Dies bedeutet jedoch nicht das Ende aller positiven und freudigen Aspekte einer Beziehung. Es kommt darauf an, die Bedürfnisse des jeweiligen Partners zu verstehen und sich darauf zu konzentrieren, zusammen zu sein und gemeinsam die vielen Aspekte des Lebens zu genießen.
Zukunftsplanung
Sie werden sich mit Sicherheit Gedanken über Ihre finanzielle Versorgung machen müssen und darüber, wie dies Ihre kurz- und langfristige Zukunftsplanung beeinträchtigen könnte.
In Ihrem Zusammenleben als Paar müssen Sie möglicherweise einen Rollenwechsel vornehmen. Wenn es einen hauptsächlichen „Brotverdiener“ in Ihrer Beziehung gibt und dieser von MS betroffen ist, kann dies unter Umständen eine wesentliche Verminderung der Lebensqualität zur Folge haben. In einem Doppelverdienerhaushalt fällt die Entscheidung, dass in Zukunft nur ein Partner arbeitet, möglicherweise leichter.
Dabei ist zu beachten, dass der MS-Betroffene, auch wenn er seinen ursprünglichen Beruf oder die Vollzeitbeschäftigung aufgeben muss, möglicherweise trotzdem in der Lage ist, andere Tätigkeiten auszuüben oder zu erlernen und so finanziell zum Haushalt beizutragen. Einige MS-Betroffene erzählen davon, wie sie ein früheres Hobby – z. B. ein Kunsthandwerk – in ihre Haupteinkommensquelle umwandeln konnten und wie sie so in der Tat heute ein glücklicheres und zufriedeneres Leben führen als vor der Diagnose – eine positive Auswirkung der Multiplen Sklerose.
Anpassung des Alltagslebens an Ihre Bedürfnisse
Die meisten Paare haben eine gewisse Alltagsroutine, mit der sie glücklich sind. Dies gilt insbesondere für Familien mit Kindern. Je nach der Art und der Schwere der Symptome sind Änderungen an dieser Routine erforderlich, die besprochen werden müssen. Wenn Sie beispielsweise in einem Sportverein Sport treiben oder regelmäßig mit Freunden ausgehen, könnte Ihre Erkrankung Sie dazu zwingen, diese Aktivitäten zu überdenken.
Das hört sich zunächst erschreckend an – muss es aber nicht sein. Es gibt immer Möglichkeiten, Freizeitaktivitäten, die Sie schätzen und lieben, auch weiterhin einen zentralen Platz in Ihrem Leben zu geben. So könnten Sie beispielsweise in Ihrem Sportverein als Trainer tätig werden oder Verwaltungsaufgaben übernehmen.
Auch die Dynamik Ihrer Freundschaften muss sich nicht verändern – nur möglicherweise die Umstände, unter denen Sie sich mit Ihren Freunden treffen: Ihre Freunde werden sich mit Sicherheit als sehr flexibel erweisen und Ihnen so weit wie möglich entgegenkommen.
Ihr Sexualleben
Auch Ihr Sexualleben kann von der MS beeinträchtigt sein. Möglicherweise müssen neue Formen von Zärtlichkeit und der körperlichen Befriedigung gefunden werden. Weitere Informationen hierzu finden Sie hier.
In jedem Fall ist es für Paare wichtig, dass sie mit der veränderten Lebenssituation fertig werden und offen miteinander reden. Fällt das aber schwer, kann es sinnvoll sein, sich an einen Ehe- oder Familientherapeuten zu wenden.