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MS bedingte Behinderungen treffen Nordafrikaner schwerer als Europäer (4/16/2007)


NANCY (MedCon) - Die Multiple Sklerose nimmt bei Nordafrikanern offenbar einen schwereren Krankheitsverlauf als bei Europäern. Das ist das überraschende Ergebnis einer Studie von französischen Wissenschaftlern um Dr. M. Debouverie.

Multiple Sklerose ist in Frankreich keine seltene Erkrankung: Auf 100 000 Einwohner kommen rund hundert MS-Betroffene, in Nordafrika hingegen kommen 15 Betroffene auf 100 000 Einwohner. Debouverie und Kollegen gingen nun der Frage nach, wie häufig und stark MS bei nordafrikanischen Immigranten auftritt, die oft schon in der zweiten Generation in Frankreich leben. Sie untersuchten dazu 211 Nordafrikaner und 2945 Europäer.

Sie stellten fest, dass MS nordafrikanische Patienten früher trifft, nämlich mit 30 Jahren im Vergleich zu Europäern (33 Jahre). Auch die primär-progressive Verlaufsform fand sich häufiger bei den nordafrikanischen Probanden (15,6% ) als bei den europäischen Studienteilnehmern (11,7%).

Ferner zeigte sich, dass Nordafrikaner eine höhere Schubhäufigkeit, geringere schubfreie Zeiten und deutlich frühere Behinderungen aufwiesen. Da alle Studienteilnehmer denselben bzw. vergleichbaren Umweltbedingungen ausgesetzt sind, kommen Debouverie et al. zu dem Schluss, dass die Unterschiede im Krankheitsverlauf wohl auf genetische Ursachen zurück gehen.

Quelle: Neurology, January 2, 2007 



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